Sie haben ein älteres Haus gekauft oder geerbt? Sie planen, Ihr Haus Schritt für Schritt zu sanieren? Oder Sie wollen erst einmal nur die Fenster angehen? In allen drei Fällen steht dieselbe Frage im Raum: Lohnt es sich, die Fenster jetzt auszutauschen? Und was muss passieren, damit sich der Tausch rechnet und keine Folgeschäden entstehen?
Seit 1992 bauen wir Fenster in Alt- und Neubauten im Vogtland, in Westsachsen, Oberfranken und im Egerland ein. Gerade bei älteren Gebäuden kommt es dabei auf mehr an als nur auf das neue Fenster. Auch das vorhandene Mauerwerk, Rollladenkästen, Anschlüsse und bereits geplante Sanierungsmaßnahmen müssen berücksichtigt werden. In diesem Ratgeber haben wir die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die wir Bauherren auch bei der Beratung vor Ort erklären.
Kurz gesagt: Fenster, die vor 1995 eingebaut wurden, sind energetisch fast immer ein Austauschfall. Ein Kunststofffenster mit Dreifachverglasung kostet im Altbau inklusive Ausbau, Montage und Entsorgung meist 700 bis 1.400 Euro, dazu kommen häufig Laibungsarbeiten. Gefördert wird der Tausch mit 15 % BAFA-Zuschuss oder 20 % Steuerermäßigung nach § 35c EStG, aber nicht mit beidem für dieselbe Maßnahme. Wer mehr als ein Drittel der Fenster tauscht, braucht ein Lüftungskonzept.
Altes Haus gekauft: Müssen die Fenster jetzt raus?
Die kurze Antwort: Nein, eine gesetzliche Pflicht zum Fenstertausch nach dem Hauskauf gibt es nicht. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde im Sommer 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst, die Regeln für Bestandsgebäude sind dabei aber weitgehend erhalten geblieben. Neue Eigentümer müssen innerhalb von zwei Jahren nach der Eintragung ins Grundbuch zwei Dinge nachrüsten: die Dämmung der obersten Geschossdecke (oder des Dachs) und die Dämmung ungedämmter Heizungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen. Die Fenster gehören nicht dazu.
Eine Regel betrifft Sie aber, sobald Sie Fenster austauschen: Wer mehr als 10 % der Fensterfläche eines Gebäudes erneuert, muss die energetischen Mindestwerte einhalten (§ 36 GModG, früher § 48 GEG). Für Fenster liegt die Grenze bei einem Uw-Wert von höchstens 1,3 W/(m²K). Moderne Fenster erfüllen das problemlos. Für eine Förderung reicht dieser Wert allerdings nicht, dazu gleich mehr.
Sonderfall „Jung kauft Alt“: Hier ist der Fenstertausch Pflicht
Anders sieht es aus, wenn Sie den Hauskauf über das KfW-Programm 308 „Jung kauft Alt“ finanzieren. Das Programm richtet sich an Familien mit minderjährigen Kindern, die ein energetisch schlechtes Haus (Effizienzklasse F, G oder H) kaufen. Seit dem 3. August 2026 gibt es dort zwei Wege, die Sanierungsauflage zu erfüllen:
- Weg A: Sanierung zum Effizienzhaus 85 EE, begleitet durch einen Energieeffizienz-Experten.
- Weg B (neu): ein Paket aus vier Einzelmaßnahmen, nämlich Heizungstausch, Fenstertausch, Fassadendämmung und Dach- oder Dachbodendämmung.
Für Weg B genügt als Nachweis die Fachunternehmererklärung der ausführenden Betriebe. Die Frist beträgt 54 Monate ab Zusage. Wichtig: Der KfW-Kredit 308 finanziert nur den Kauf. Die Fenster selbst bezahlen Sie aus Eigenmitteln oder über die Förderwege weiter unten. Die Details stehen im KfW-Merkblatt 308.
Tipp für die Besichtigung
Schauen Sie sich die Fenster schon vor dem Kauf genau an. Oft ist im Abstandhalter zwischen den Scheiben das Herstellungsjahr aufgedruckt. Beschlagene Scheiben von innen, Stockflecken an der Laibung oder schwergängige Flügel sind Hinweise, für einen notwendigen Austausch. Zwölf neue Fenster kosten mit Nebenarbeiten schnell 15.000 bis 20.000 Euro.
Woran Sie erkennen, dass die Fenster getauscht werden sollten
Das Einbaujahr sagt viel darüber aus, wie viel Wärme ein Fenster verliert. Die folgenden Werte sind Richtwerte für typische Ausführungen:
| Einbauzeit | Typische Ausführung | Uw-Wert ca. | Einschätzung |
|---|---|---|---|
| vor 1978 | Einfachverglasung, Kasten- oder Verbundfenster | 2,5 bis 5,0 W/(m²K) | Austausch fast immer sinnvoll (Ausnahme: erhaltenswerte Kastenfenster im Denkmal) |
| 1978 bis 1994 | Isolierglas ohne Wärmeschutzbeschichtung | 2,7 bis 3,0 W/(m²K) | Austausch lohnt sich deutlich |
| 1995 bis 2009 | Wärmeschutz-Zweifachglas | 1,4 bis 1,8 W/(m²K) | Zustand prüfen, Tausch vor allem zusammen mit Fassadendämmung |
| ab 2010 | Zweifach- oder Dreifachglas | 0,8 bis 1,3 W/(m²K) | meist kein Tausch nötig |
Zum Vergleich: Ein neues Fenster, das die Förderanforderungen erfüllt, hat einen Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K). Ein Fenster aus den 1980er-Jahren verliert also etwa dreimal so viel Wärme.
Neben dem Alter sprechen diese Anzeichen für einen Austausch:
- Kondenswasser auf der Innenseite der Scheibe, vor allem am unteren Glasrand
- spürbare Zugluft, obwohl das Fenster geschlossen ist
- verzogene Flügel, die nur mit Kraft schließen
- verschlissene Beschläge ohne Pilzkopfverriegelung, die sich leicht aufhebeln lassen
- Rahmen mit Fäulnis (Holz) oder Verfärbungen und Rissen (Kunststoff)
Aus unserer Praxis im Vogtland: Viele Einfamilienhäuser in der Region haben in den ersten Jahren nach 1990 neue Fenster bekommen. Diese Fenster sind inzwischen 30 bis 35 Jahre alt. Die Dichtungen sind hart, die Beschläge ausgeschlagen und die Verglasung entspricht dem Stand der frühen 90er. Gerade in den Höhenlagen des oberen Vogtlands mit langen Heizperioden merken die Bewohner das deutlich an der Heizkostenabrechnung.
Sanieren oder austauschen?
Nicht jedes alte Fenster muss raus. Eine Aufarbeitung kann sinnvoll sein, wenn:
- Holzfenster eine gesunde Substanz haben und nur Anstrich, Kitt und Dichtungen erneuert werden müssen,
- Kunststofffenster aus den 2000er-Jahren nur neue Dichtungen oder eine Beschlagjustierung brauchen (mehr dazu unter Reparatur und Wartung),
- das Haus unter Denkmalschutz steht und die originalen Fenster Teil des Schutzes sind.
Ein reiner Glastausch in alten Rahmen ist dagegen selten eine gute Lösung. Dreifachglas ist dicker und schwerer, alte Falze und Beschläge sind dafür meist nicht ausgelegt und der Rahmen bleibt die energetische Schwachstelle.
Der Austausch ist wirtschaftlich, wenn die Fenster vor Mitte der 90er eingebaut wurden, wenn ohnehin die Fassade gedämmt wird oder wenn Einbruchschutz und Schallschutz ein Thema sind. Bei denkmalgeschützten Häusern stimmen wir die Ausführung mit der unteren Denkmalschutzbehörde ab. Mit Sprossen und Holzdekor-Oberflächen wie KALEIDO WOODEC lässt sich die historische Optik auch mit modernen Profilen gut treffen.
Zur Ehrlichkeit gehört auch: Ein Fenstertausch kostet Geld, macht im Innenraum Schmutz und nach dem Einbau müssen Sie anders lüften als vorher. Warum das so ist, erklären wir weiter unten.
Sanierungsprojekt: Wann sind die Fenster dran?

Wer ein Haus komplett sanieren will, fragt oft: Erst die Fenster oder erst die Fassade? Unsere klare Empfehlung: Fenster und Fassadendämmung gemeinsam planen und die Fenster nie erst nach der Fassade einbauen.
Der Grund liegt im Anschluss. Alte Fenster sitzen meist mittig in der Wand. Kommt später eine Außendämmung dazu, entsteht an der Laibung eine Wärmebrücke, wenn das Fenster nicht darauf vorbereitet ist. Plant man beides zusammen, kann das neue Fenster weiter außen gesetzt werden, die Dämmung überdeckt den Rahmen und die Fensterbank hat gleich die richtige Tiefe. Wer die Fenster nach der Fassade tauscht, muss die frische Dämmung an jeder Öffnung wieder aufschneiden.
Eine sinnvolle Reihenfolge bei der Komplettsanierung sieht meist so aus:
| Schritt | Maßnahme | Warum an dieser Stelle |
|---|---|---|
| 1 | Bestandsaufnahme, idealerweise mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) | legt Reihenfolge und Förderstrategie fest |
| 2 | Dach bzw. oberste Geschossdecke | nach Eigentümerwechsel Pflicht, sofern noch ungedämmt; großer Hebel |
| 3 | Fenster und Fassade zusammen | saubere Anschlüsse, keine doppelten Arbeiten |
| 4 | Heizung | nach der Dämmung kann die neue Heizung kleiner ausgelegt werden |
Fenstertausch ohne Fassadendämmung: Geht das?
Ja, und im Altbau ist das sogar der häufigste Fall. Sie müssen dabei nur eines wissen: Früher war das Fenster die kälteste Stelle im Raum. Feuchtigkeit hat sich an der Scheibe niedergeschlagen, das war lästig und sah unschön aus. Nach dem Tausch ist die ungedämmte Außenwand kälter als das neue Glas. Die Feuchtigkeit sucht sich dann die Laibung oder die Raumecken und dort wächst Schimmel, bevor man ihn bemerkt. Deshalb gehören zu einem Fenstertausch ohne Fassadendämmung zwei Dinge: eine sorgfältig gedämmte Laibung und ein durchdachtes Lüftungskonzept.
Schimmel nach dem Fenstertausch vermeiden
Alte Fenster sind undicht und genau das hat jahrzehntelang für einen unbemerkten Luftaustausch gesorgt. Neue Fenster schließen dicht. Die Feuchtigkeit aus Kochen, Duschen und Atmen bleibt im Haus, wenn sie nicht gezielt abgeführt wird.
Die Norm DIN 1946-6 schreibt deshalb vor: Werden in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster ausgetauscht, ist ein Lüftungskonzept zu erstellen. Es klärt, ob Lüften über die Fenster allein ausreicht oder ob eine lüftungstechnische Maßnahme nötig ist. Das Konzept kann auch der Fensterbauer erstellen. Wir sprechen das Thema bei jedem Aufmaß an, damit Sie nicht nachträglich nachrüsten müssen.
Mögliche Lösungen, vom einfachen zum aufwendigen:
- Fensterfalzlüfter: kleine Bauteile im Fensterrahmen, die einen geregelten Grundluftwechsel sicherstellen, unsichtbar und ohne Strom
- Dezentrale Lüftungsgeräte: Wandgeräte mit Wärmerückgewinnung für einzelne Räume, etwa Bad oder Schlafzimmer
- Zentrale Lüftungsanlage: sinnvoll bei einer Komplettsanierung, wenn ohnehin Leitungen verlegt werden
Unabhängig davon hilft richtiges Lüften: mehrmals täglich einige Minuten Stoßlüften statt Dauerkippen.
RAL-Montage: Warum der Einbau über die Leistung entscheidet
Ein Fenster mit Top-Werten nützt wenig, wenn die Fuge zwischen Rahmen und Wand undicht ist. Durch eine schlecht abgedichtete Anschlussfuge dringt warme, feuchte Raumluft in die Wand ein, kühlt ab und durchfeuchtet Dämmung und Mauerwerk. Die RAL-Montage folgt deshalb dem Prinzip „innen dichter als außen“ in drei Ebenen:
- Innen: luftdichte Abdichtung, damit keine feuchte Raumluft in die Fuge gelangt
- Mitte: Wärme- und Schalldämmung der Fuge
- Außen: schlagregendichte, aber dampfdurchlässige Abdichtung, damit eingedrungene Feuchte wieder austrocknen kann
Im Altbau kommen besondere Herausforderungen dazu: unebene oder ausgebrochene Laibungen, alte Blendrahmen, die fest im Putz sitzen und Rollladenkästen, die als Wärmebrücke wirken. Als Fachbetrieb bauen wir nach diesen Vorgaben ein und dokumentieren die Montage. Das ist auch für die Förderung relevant, denn BAFA und Finanzamt verlangen den Einbau durch einen Fachbetrieb.
Rollläden, Sicherheit und Schallschutz gleich mit erledigen
Ein Fenstertausch ist der beste Zeitpunkt, um Dinge zu erledigen, die später nur mit neuem Aufwand gehen.
Rollladenkästen: Alte, in die Wand eingebaute Kästen sind oft ungedämmt und undicht. Beim Fenstertausch lassen sie sich dämmen und abdichten oder durch ein neues System ersetzen, zum Beispiel einen Aufsatzkasten direkt auf dem Fenster oder einen Vorbaurollladen. Welche Lösung passt, hängt vom Sturz und von der Fassade ab. Unser Angebot rund um Rollläden und Sonnenschutz finden Sie unter Leistungen.
Einbruchschutz: Unsere REHAU- und heroal-Fenster lassen sich mit entsprechender Ausstattung bis zur Widerstandsklasse RC3 nach DIN EN 1627 ausführen. Mit REHAU Smart Guard lässt sich der Verschlusszustand zusätzlich überwachen. Details zu Profilen und Sicherheitsausstattung finden Sie auf unserer Seite Fenster.
Schallschutz: Wer an einer Durchgangsstraße wohnt, sollte über Schallschutzverglasung nachdenken. Je nach Profil und Glasaufbau sind Schalldämmwerte bis 47 dB möglich.
Was kostet der Fenstertausch im Altbau?
Die folgenden Werte sind Richtwerte für den Markt 2026. Sie gelten für ein Standardfenster von etwa 1,20 × 1,30 m mit Dreifachverglasung, inklusive Ausbau, Montage und Entsorgung des alten Fensters:
| Rahmenmaterial | Richtpreis pro Fenster |
|---|---|
| Kunststoff | 700 bis 1.400 € |
| Kunststoff-Aluminium | 900 bis 1.600 € |
| Holz | 650 bis 1.500 € |
| Aluminium | 900 bis 1.600 € |
| Holz-Aluminium | 1.000 bis 2.150 € |
Im Altbau kommen meist Nebenarbeiten dazu, die im Neubau entfallen:
- Laibungsarbeiten innen und außen (Putz, Dämmung, Beiputz): etwa 150 bis 500 € pro Fenster
- neue Fensterbänke innen und außen
- Sondermaße, Rundbögen oder Sprossen
- Dämmung oder Tausch der Rollladenkästen
Rechenbeispiel Einfamilienhaus: Zwölf Kunststofffenster mit Dreifachverglasung zu je 1.100 €, dazu Laibungsarbeiten mit durchschnittlich 300 € pro Fenster und neue Fensterbänke für rund 100 € pro Fenster. Das ergibt etwa 18.000 €. Diese Zahl verwenden wir im Förderbeispiel weiter unten.
Wie sich Kunststoff, Holz und Aluminium im Detail unterscheiden, lesen Sie in unserem Ratgeber Neue Fenster kaufen, die Profilsysteme im Detail im Kunststofffenster-Vergleich. Ein verbindlicher Preis entsteht erst nach dem Aufmaß vor Ort, weil gerade im Altbau jede Öffnung anders ist.
Förderung 2026: Welcher Weg passt zu Ihrer Situation?
Für den Fenstertausch gibt es drei staatliche Förderwege. Welcher der beste ist, hängt davon ab, wie groß Ihr Vorhaben ist und ob Sie das Haus selbst bewohnen.
| Ihre Situation | Passender Förderweg |
|---|---|
| Sie tauschen nur die Fenster und wohnen selbst im Haus | Steuerermäßigung nach § 35c EStG (20 %) meist attraktiver als BAFA (15 %) |
| Sie vermieten das Haus | BAFA-Zuschuss (15 %), denn § 35c gilt nur für selbst genutztes Wohneigentum |
| Sie sanieren die Gebäudehülle mit mindestens 30.000 € förderfähigen Kosten in einem Antrag | BAFA-Zuschuss, mit iSFP 20 % auf den Anteil über 30.000 € |
| Sie sanieren zum Effizienzhaus | KfW-Kredit 261 mit Tilgungszuschuss |
| Sie kaufen als Familie ein Haus der Klasse F bis H | KfW 308 für den Kauf, Fenster zusätzlich über BAFA, KfW 261 oder Eigenmittel |
BAFA-Zuschuss: 15 %, der iSFP-Bonus nur noch bei großen Vorhaben
Das BAFA bezuschusst neue Fenster im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude mit 15 % der förderfähigen Kosten. Seit der Reform am 21. Juli 2026 gibt es den iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten nur noch, wenn ein Antrag mindestens 30.000 € förderfähige Kosten erreicht und auch dann nur für den Betrag darüber. Für einen reinen Fenstertausch im Einfamilienhaus bleibt es damit bei 15 %. Der maximale Zuschuss liegt für die erste Wohneinheit bei 10.500 € (mit iSFP bei 60.000 € förderfähigen Kosten). Wer die 30.000-Euro-Schwelle erreichen will, kann Fenster und Haustür in einem Antrag bündeln, denn beides zählt zur Gebäudehülle.
Die Voraussetzungen im Überblick:
- Uw-Wert der neuen Fenster höchstens 0,95 W/(m²K)
- Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (zu finden über die Expertenliste der dena); dessen Baubegleitung wird zusätzlich mit 50 % gefördert
- Antrag vor Beginn der Maßnahme; der Vertrag mit dem Fachbetrieb muss dafür eine aufschiebende oder auflösende Bedingung enthalten
- Gebäude mindestens fünf Jahre alt
Alle Details stehen auf der BAFA-Seite zur Gebäudehülle.
Steuerermäßigung nach § 35c EStG: 20 % ohne Antrag vorab
Wer das Haus selbst bewohnt, kann stattdessen 20 % der Kosten direkt von der Einkommensteuer abziehen, maximal 40.000 € pro Objekt. Die Ermäßigung verteilt sich auf drei Jahre: je 7 % im Jahr des Abschlusses und im Folgejahr, 6 % im dritten Jahr. Voraussetzungen sind ein Gebäude, das älter als zehn Jahre ist, Fenster mit einem Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K) und eine Bescheinigung des ausführenden Fachbetriebs nach amtlichem Muster, die wir nach Abschluss ausstellen. Außerdem brauchen Sie eine Rechnung und müssen per Überweisung zahlen, Barzahlungen werden nicht anerkannt. Ein Energieeffizienz-Experte ist nicht vorgeschrieben. Die Maßnahme muss bis Ende 2029 abgeschlossen sein. Die Rechtsgrundlage finden Sie in § 35c EStG.
Rechenbeispiel: 18.000 € Fenstertausch
| BAFA-Zuschuss | Steuerermäßigung § 35c | |
|---|---|---|
| Fördersatz | 15 % | 20 % |
| Förderbetrag | 2.700 € | 3.600 € |
| Auszahlung | als Zuschuss nach Abschluss und Nachweis | 1.260 € + 1.260 € + 1.080 € über drei Steuerjahre |
| Energieeffizienz-Experte | Pflicht | nicht nötig |
| Antrag vor Auftragsvergabe | Pflicht | nicht nötig |
Der Steuerbonus bringt in diesem Beispiel 900 € mehr. Er setzt aber voraus, dass Sie in den drei Jahren genug Einkommensteuer zahlen, von der die Ermäßigung abgezogen werden kann. Wer wenig Steuern zahlt, fährt mit dem BAFA-Zuschuss oft besser. Für dieselbe Maßnahme dürfen Sie nur einen der beiden Wege nutzen. Im Zweifel lohnt ein kurzer Blick mit Ihrem Steuerberater oder Energieberater.
Fenstertausch im bewohnten Haus: So läuft es bei NICKEL ab
Die meisten unserer Kunden wohnen während des Fenstertauschs im Haus. Das ist kein Problem, wenn der Ablauf stimmt (ausführlich unter So arbeiten wir):
- Beratung und Aufmaß vor Ort: Wir sehen uns jede Öffnung an, prüfen Laibungen und Rollladenkästen und sprechen Lüftung und Einbruchschutz an.
- Angebot mit Förderhinweis: Sie erhalten ein Angebot, das die Förderanforderungen berücksichtigt. Wenn Sie den BAFA-Zuschuss nutzen wollen, stellen Sie oder Ihr Energieberater den Antrag, bevor der Auftrag wirksam wird.
- Fertigung: Die Fenster werden nach Maß gefertigt. Den Liefertermin nennen wir Ihnen mit der Auftragsbestätigung.
- Montage Raum für Raum: Ein Fenster ist in der Regel innerhalb weniger Stunden getauscht. Jeder Raum ist also nur kurz offen. Möbel in Fensternähe sollten Sie vorher etwas abrücken, den Rest schützen wir mit Folie.
- Abnahme und Unterlagen: Wir stellen die Fenster ein, weisen Sie in Bedienung und Pflege ein und übergeben die Fachunternehmererklärung bzw. die Bescheinigung für das Finanzamt.
Fenster im Winter tauschen? Ja, das geht
Viele Bauherren warten mit dem Fenstertausch auf den Frühling. Nötig ist das nicht. Weil wir jedes Fenster einzeln ausbauen und sofort ersetzen, kühlt der jeweilige Raum nur kurz aus und die übrigen Räume bleiben beheizt. Ein Vorteil: Im Winter sind Termine oft schneller zu bekommen und die Wärme bleibt ab dem ersten Tag im Haus.
Typische Fehler beim Fenstertausch im Altbau
Diese Fehler sehen wir in der Praxis immer wieder:
- Förderantrag zu spät gestellt: Wer den Auftrag ohne Bedingung unterschreibt, bevor der BAFA-Antrag gestellt ist, verliert den Zuschuss. Dann bleibt nur noch der Steuerbonus.
- Fenster nach der Fassade eingebaut: Die neue Dämmung muss wieder geöffnet werden und die Anschlüsse werden selten so gut wie bei gemeinsamer Planung.
- Kein Lüftungskonzept: Werden mehr als ein Drittel der Fenster getauscht, verlangt es die DIN 1946-6. Ohne Konzept drohen Feuchteschäden und im Streitfall steht der Bauherr schlecht da.
- Montage ohne RAL-Standard: Günstige Angebote sparen oft an der Abdichtung der Fuge. Der Schaden zeigt sich erst Jahre später.
- Rollladenkasten vergessen: Das neue Fenster ist dicht, darüber zieht es weiter durch den alten Kasten.
Häufige Fragen zum Fenstertausch im Altbau
Muss ich nach dem Hauskauf die Fenster austauschen?
Nein. Nach einem Eigentümerwechsel müssen Sie innerhalb von zwei Jahren die oberste Geschossdecke und ungedämmte Heizungsleitungen dämmen, die Fenster gehören nicht zu diesen Pflichten. Die frühere Austauschpflicht für alte Heizkessel gibt es seit dem GModG nicht mehr. Eine Ausnahme ist die KfW-Förderung „Jung kauft Alt“: Wer dort den neuen Weg über Einzelmaßnahmen wählt, muss die Fenster innerhalb von 54 Monaten tauschen.
Lohnt sich ein Fenstertausch bei 30 Jahre alten Fenstern?
In den meisten Fällen ja. Fenster aus den frühen 90er-Jahren haben oft einen Uw-Wert um 2,7 W/(m²K), förderfähige neue Fenster liegen bei höchstens 0,95 W/(m²K). Dazu kommen verschlissene Dichtungen und Beschläge ohne zeitgemäßen Einbruchschutz.
Was sollte zuerst saniert werden, Fenster oder Fassade?
Am besten beides zusammen. Wenn das nicht geht, zuerst die Fenster und dabei die spätere Dämmung schon einplanen. Fenster nach der Fassade einzubauen führt zu doppelten Arbeiten und schlechteren Anschlüssen.
Bekomme ich durch neue Fenster Schimmel?
Nicht, wenn Lüftung und Einbau stimmen. Neue Fenster sind dicht, deshalb muss die Feuchtigkeit gezielt abgeführt werden, zum Beispiel über Fensterfalzlüfter oder regelmäßiges Stoßlüften. Werden mehr als ein Drittel der Fenster getauscht, schreibt die DIN 1946-6 ein Lüftungskonzept vor.
Was ist besser: Steuerbonus oder BAFA-Zuschuss?
Für einen reinen Fenstertausch im selbst bewohnten Haus bringt der Steuerbonus nach § 35c EStG mit 20 % meist mehr als der BAFA-Zuschuss mit 15 %. Er wird aber über drei Jahre mit der Einkommensteuer verrechnet. Wer wenig Steuern zahlt oder größere Maßnahmen an der Gebäudehülle plant, ist mit dem BAFA-Zuschuss oft besser beraten.
Kann man Fenster auch im Winter austauschen?
Ja. Da jedes Fenster einzeln ausgebaut und sofort ersetzt wird, ist jede Öffnung nur kurz offen und die übrigen Räume bleiben warm.
Wie lange dauert der Fenstertausch?
Ein einzelnes Fenster ist in der Regel in wenigen Stunden getauscht. Für ein Einfamilienhaus mit zehn bis fünfzehn Fenstern sollten Sie je nach Umfang der Laibungsarbeiten mit einem bis mehreren Arbeitstagen rechnen.
Fazit: Der Fenstertausch lohnt sich, wenn er in den Sanierungsplan passt
Wer ein altes Haus gekauft hat oder sanieren will, kommt an den Fenstern selten vorbei. Entscheidend ist der Zeitpunkt: zusammen mit der Fassade oder vorher, aber nie danach. Ebenso wichtig sind ein sauberer RAL-Einbau, ein Lüftungskonzept und der passende Förderweg, bevor der Auftrag unterschrieben wird.
Sie wohnen im Vogtland, in Westsachsen, in Oberfranken oder im Raum Sokolov und Karlovy Vary? Wir kommen für Aufmaß und Beratung zu Ihnen, sehen uns Fenster, Laibungen und Rollladenkästen an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich der Tausch lohnt. Vereinbaren Sie hier einen Termin oder rufen Sie uns an unter +49 (0) 37467 22349. Beispiele aus unserer Arbeit finden Sie unter Referenzen, alle Orte, in denen wir arbeiten, unter Einzugsgebiet.



